ärgerlich
Veröffentlicht auf 27. März 2011
Zuweilen fühle ich mich verarscht - von den Medien, und allen die damit zu tun haben. Und damit meine ich nicht den alltäglichen Einfaltsbrei von diversen Shows und Soaps, sondern Berichterstattungen und Nachrichten.
Keiner bezieht wirklich Stellung, immer dieses Wischiwaschi ohne wirkliche Aussage.
Aktuell ärgerte ich mich über die Kommentare zu Fukushima -
nun, keiner weiß ob es zur Kernschmelze gekommen ist oder kommt, wie es aktuell aussieht.......
da geht mir der Hut hoch! Für wie doof halten die uns?
Woher, bitteschön, kommen denn solche immensen Strahlungswerte, wenn nicht davon?
Was glauben die denn - oder schlimmer, wollen uns glauben machen - was passiert wenn die Kühlung so lange außer Kraft ist?
Für mich ist es einfach nur ein Beschwichtigen wollen, bitte ja keinen Aufruhr - seid alle schön ruhig, keine Sorge, wird schon, wunderbare Vogel-Strauß-Politik.
Und das ist so oft so, dass wir nur Halbwahrheiten zu hören kriegen. Merkt keiner dass das nicht mehr läuft? Die Menschen lassen sich nicht mehr abspeisen, jedenfalls nimmt die Zahl derer rapide zu.
Wenn Fukushima "hochgeht" - und das ist unweigerlich - ist es unvorstellbar, weil das Millionen Menschen im so dicht besieddelten Ostasiatischen Raum betreffen wird und evtl. sogar Kanada und Nordamerika - die meinen immer noch, das Tokio nicht weiter betroffen sein wird, und das wahrscheinlich einfach deshalb, weil sich keiner so etwas vorstellen WILL !!!
Doch was nützt es? Kopf in den Sand und alles ist gar nicht wahr??
Eine wirkliche, ehrliche Information bekommt man nicht, und das ist für mich ärgerlich. Keiner wagt es auszusprechen, wohl weil sich keiner in die Nesseln setzen will, und das ist so oft so. Wenige haben diesen Mut - wie z.B. Julien Assange - über diese Tabu`s hinaus zu gehen. Weil sie die Konsequenzen zu spüren bekommen, immer noch, weil immer noch alles schön auf einem bestimmten Level gehalten werden soll, damit die Menschen schön bei der Stange bleiben.
Und genau das ist der Grund, warum es eines nie da gewesenen Aufrüttelns braucht - so heftig es ist - aber genau diese Eigenart ist der Auslöser für eine Katastrophe wie in Japan.
Die Menschen müssen wirklich erst erschüttert werden bevor sie bereit sind, die Augen aufzumachen, und bevor sie bereit sind etwas zu ändern, ohne in absoluten Zugzwang geraten zu sein. So lange es einigermaßen erträglich ist, selbst wenn die Bedingungen mies sind, oder der Druck groß - und da meine ich jeden persönlich - so lange lässt man es laufen wie es ist, weil die Angst vor Veränderung noch größer ist.
Wie könnte es sonst sein, das Menschen unter unwürdigen Bedingungen schuften für ein Geld das sie kaum überleben lässt, von Lebensqualität ganz zu schweigen, wie sonst nehmen sie Mobbing in Kauf, wie sonst lassen sie sich von anderen gängeln oder benutzen oder gar missbrauchen?
Weil die Angst vor Veränderung noch größer ist.
Da bleibt der Arbeitnehmen dort wo er ist, obwohl er der Fußabstreifer des Chefs ist. Da bleibt die Frau, die geschlagen wird, bei diesem Partner. Da haben wir Freunde die uns regelmäßig ausnutzen - aber lieber solche Freunde als gar keine????
Was für eine verdrehte Sache ist das geworden, und es ist wahrhaft Zeit, das zu ändern. Und das kann jeder für sich, und so Dinge wie Stuttgart 21 stimmen mich freudig, einfach weil es ein Zeichen ist, das die Menschen nicht mehr nur hinnehmen, sondern beginnen auszudrücken, das sie nicht mehr alles mit sich machen lassen.
Bei einigen Dingen (wie die tatsächliche Steuerbelastung von über 50%!! hier) frage ich mich schon lange, wo bleibt der Aufschrei? In so fern hat der Autor des Büchleins "Empört Euch" absolut den Nerv der Zeit getroffen.
Was für eine bequeme und nur noch im Überlebensmodus agierende Gesellschaft sind wir geworden. Und ich meine damit nicht, das jemand auf die Barrikaden gehen sollte. Ich meine damit, das jeder für sich mal hinschauen, und vor allem hinfühlen sollte, wie er das handhabt. Ob er bereit ist für Veränderungen, wie sehr er sich gängeln lässt oder ob er eigene Entscheidungen trifft, für sich, für seine Wahrheit, und DAS gilt es zu ändern.
Dann wären derartige Erschütterungen nicht mehr notwendig.
Der große Teil heute führt ein Leben in dem er einfach nur versucht sich so gut wie möglich durchzuschlängeln. Wirkliches Leidenschaft, egal für was, wer LEBT so etwas? Wer LEBT FÜR SEINE WAHRHEIT?
(naja, wer hat überhaupt noch eine, grins.)
Wer ist ECHT und AUTHENTISCH?
Die Überlebensängte sind so hoch wie nie, und damit die Sorgen über die eigene Sicherheit, und es kostet uns eine tiefe Erfahrung des Lebens, es kostet uns eine tiefe Befriedigung, es kostet uns unsere Leidenschaft.
Es gibt viele die sich fragen, wo ist meine Leidenschaft? Meine Antwort: sie ist den Überlebensängsten und unserem Sicherheitsdenken zum Opfer gefallen.
Und da nehme ich mich gar nicht aus.
So einfach ist das. Erst wenn ein Mensch nichts mehr zu verlieren hat, ist bereit, etwas zu ändern. Nun denn - wir sind auf dem besten Weg.
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