verrückte Zeit

Veröffentlicht auf 3. November 2010

Also ich empfinde es so - das alles irgendwie verrückt ist. Nichts klappt wie gewohnt ( grins, eben wie ichs kenne) sondern alles läuft anders. Und wenn ich mir die Nachrichten, damit die Welt anschaue erinner ich mich an Obelix, der sagte: " die spinnen, die Römer " - wobei die Römer eben die Welt ist.

Zuweilen meint man, es bleibt kein Stein mehr auf dem anderen - und so ist es auch. Das "unterste zu oberst " und andersrum, überall. Auflösung, Ausuferungen, Auflehnung. Wenn ich mir die Regierung anschaue dann kann ich oft blos den Kopf schütteln und denke mir " was muss eigentlich noch passieren damit klar wird, so geht es nicht mehr? ".

Alleine schon die Steuern - warum nimmt jeder das hin? Wir zahlen mehr als die Hälfte an Steuern - alles in allem, direkte und indirekte - aber MEHR ALS DIE HÄLFTE VON JEDEM EURO !!!!!

Kapiert das keiner? bin ich blöde?

Da reden alle vom finsteren Mittelalter - aber dort hat ein König den zehnten genommen - nicht den fünfzigsten!

Und es reicht hinten und vorne nicht !

Und es wird denen, die wenig haben, noch mehr abgenommen und denen, die viel haben, gegeben.Yeah.

 

Also wenn das nicht verrückt ist, weiß ich auch nicht. Aber keiner sagt was, es gibt Jahr für Jahr nen Artikel in der Zeitung, das ab Mitte Juli die Menschen dann für sich selbst arbeiten, vorher gehört alles dem Staat, wenn man es so sehen will - aber es scheint einfach zu versickern.

 

Und dann wundern sich die Menschen, warum in der Erde einfach Löcher entstehen in denen ganze Häuser Platz haben - aus dem Nichts. Sehen sie nicht das die Erde blos drauf reagiert was im Bewusstsein der Menschen ist ?

 

Es ist ein so deutlicher Hinweis. Naja.

 

Was mich betrifft ist etwas paradoxes eingetreten: je verrückter es um mich ist, je turbulenter, je konfuser alles wird, um so ruhiger werde ich. Ich schau mir das - sorry - Affentheater an, und muss lächeln. Und denk mir," na, macht mal alle! Mich betrifft es nicht", und das tut es auch nicht. Denn Betroffenheit entsteht im Bewusstsein, nicht im Außen, das Außen ist blos der Spiegel, der mir das zeigt. Und da bin ich ganz der Beobachter hinter der kleinen Mauer.

 

Es ist wirklich für mich ein grandioses Schauspiel, aber auch nicht mehr. Ich kann darin kein Drama mehr sehen, weil doch alle mitspielen, also, es muss ihnen doch ein gewisses (wenn auch verdrehtes) Vergnügen bereiten? Weil wenn ich wirklich nicht mehr will, dann höre ich damit auf, dann suche ich nach Wegen heraus. Und die existieren nun wirklich. Und wer sucht der findet - altes Sprichwort, und es stimmt.

Es scheint am suchen zu liegen, denn viele wollen nicht suchen, sie sitzen lieber in der sprichwörtlichen "Scheiße" weils auch da warm ist, selbst wenns stinkt. Es ist zumindest was, was man kennt. Wer weiß worauf ich mich einlasse, wenn ich da raus gehe.

 

Aber mal ehrlich, kann es noch schlimmer werden? Was muss noch passieren, bis der Wunsch da ist, aus dem ganzen raus zu gehen? "lieber behalte ich mein kleines Leben, aber wenigstens ist es überschaubar" - scheinen viele zu denken. Doch denkste -

 

es wird nicht mehr überschaubar bleiben, mitnichten. Es wird sich weiter und weiter aufschaukeln, bis es den letzten aus seinem alten Sessel wirft, wer nicht freiwillig aufsteht. Versprochen.

 

Dazu passte Tobias´Geschichte der 4 Männer in der Wüste:

 

 

 

Tobias: Unsere Geschichte beginnt mit vier Männern, die sich selbst in der Wüste eine Art Gefängnis auferlegt haben. Die Männer befanden sich in der Mitte von Nirgendwo, tagtäglich brannte die Sonne auf sie nieder.

Der erste Mann war an einen Pfosten gekettet, der tief im Boden verankert war. Der Pfosten war hoch und eine Kette verband den Pfosten mit seinen Knöcheln. Die Kette war ungefähr zwei Meter lang. Diese Kette machte eine Flucht unmöglich. Wann immer er es versuchte, wurde ihm klar, dass die Kette an diesem Ort festhielt.

Neben dem zweiten Mann war ebenfalls ein Pfosten im Boden verankert, doch es gab keine Kette um seine Beine. Stattdessen war sein Pfahl und sein kleines Stückchen Wüste von einem großen Graben, einer tiefen Rinne umgeben. Dieser Graben war gefüllt mit Alligatoren und daher wusste er, dass es kein Entkommen gab. Tag für Tag lief er auf seiner kleinen Insel in der Mitte der Wüste im Kreis umher; wütend quengelnd, mit sich selbst redend. Doch die Angst vor den Alligatoren hielt ihn dort fest.

Der dritte Mann gehörte New Age - Bewegung an. Auch er hatte einen großen Pfosten in der Mitte, einen hohen Metallpfosten. Um diesen Pfosten befand sich ein langes Gummiband, dass um seine Taille gebunden war. Jeden Tag aufs Neue versuchte er zu entkommen. Mit seinem gesamten Körper zog und zog und zog er an diesem Gummiband und wann immer er einen bestimmten Punkt erreicht hatte, schnellte das Gummiband ihn zurück zu dem Pfosten. Jeden Tag stand er auf, schüttelte den Kopf und dachte bei sich: „Das ist kein Spaß mehr, ich muss versuchen, weiter mich auszudehnen.“ Und jeden Tag, wenn er das Ende des Gummibandes erreicht hatte, prallte er wieder gegen den Pfosten.

Es gab einen vierten Mann. Auch er hatte einen hohen Metallpfosten, der im Boden verankert war. Doch er hatte keine Kette um seine Beine, keinen Graben um seinen Metallpfosten herum und kein Gummiband um seine Taille. Aber er hörte Stimmen. Stimmen die sagten: „Wage nicht den Versuch dich zu weit von diesem Pfosten in der Wüste zu entfernen. Solltest du es tun, erliegst du bösen Geistern.“ Wann immer er versuchte sich fünf oder zehn Schritte von dem Pfosten zu entfernen, hörte er die Stimmen und rannte schnell zurück in den sicheren und tröstenden Bereich des Pfostens.

So lebten die vier Männer Tag für Tag, Nacht für Nacht, erbärmlich, wütend und gefangen in diesem Wüstenszenario. Bis eines Tages ein Engel zu ihnen herab kam und fragte: „Warum befindet sich eine Kette um deine Beine?“ Und der angekettete Mann antwortete: „Sie wurde mir angelegt. Sie gehört mir nicht. Sie haben mich hier festgeklemmt. Es hindert mich am Wachstum und hält mich eingeschränkt.” Und der Engel nickte und sagte: „Hmmm, wie interessant.“

Der Engel ging zu dem zweiten Mann, dem mit den Alligatoren in dem Graben und fragte: “Warum hast du das gewählt? Warum befinden sich so viele Alligatoren um dich herum?“ Und er antwortet: „So läuft es im Leben. Dies sind Ängste, die mich verzehren und vernichten werden, wenn ich versuche mein kleines Gefängnis hier in der Wüste zu verlassen. Lieber verweile ich in diesem Elend, als mich den Alligatoren zum Fraß zu werfen.“ Und der Engel nickte und sagte: „Hmmmm. Interessant.“

Sie ging zum dritten Mann, dem New Age Mann mit dem Gummiband um seine Taille und sagte: „Nun, das sieht sehr sonderbar aus. Was ist das?” “Das ist ein Gummiband, es wurde mir vom Massenbewusstsein der Menschen angelegt. Immer dann, wenn ich mich ausdehne, zieht es mich zurück und schleudert mich an den Pfosten. Ich vermute, dass es mein Karma ist. Das ist meine Bestimmung hier auf Erden“ Und der Engel nickte: „Sehr, sehr interessant.“

Der Engel ging zum vierten Mann und sagte: „Da gibt es nichts um dich herum, nichts, was dich an diesem Ort festhält. Warum verlässt du diese Wüste nicht?“ Er entgegnete: „Oh, lieber Engel, aber jedes Mal, wenn ich es versuche, höre ich diese Stimmen in meinem Kopf, die mir sagen, ich werde von diesen unsichtbaren Wesen verschlungen. Weißt du, da draußen sind Dämonen. Denen möchte ich nicht begegnen, weil ich nicht weiß mit ihnen umzugehen. Folglich bleibe ich hier in Sicherheit.“

Wisst ihr,” sprach der Engel, “ich bin autorisiert einen Jeden von euch zu befreien. Ich kann die Ketten von deinen Knöcheln abtrennen, ich kann die Alligatoren aus deinem Graben entfernen, ich kann das alberne Gummiband von deiner Taille nehmen und ich kann selbst dafür sorgen, dass die Stimmen aufhören mit dir zu sprechen.“

Nun glaubt ihr vielleicht, würde diese Geschichte ein glückliches Ende nehmen. All diese Menschen würden befreit werden und erkennen, wie albern all dies war. Doch als der Engel die Ketten abtrennt, das Gummiband durchschnitt, die Alligatoren eliminierte und die Stimmen verstummen ließ, wurden all diese Menschen in dieser Wüste verrückt! Sie konnten nicht damit umgehen. Sie waren so verliebt in die Umstände, die sie an diesem Ort festgehalten haben, dass sie sich nicht wegbewegen konnten.

Hätten sie sich nur ein wenig auf den Weg begeben, von dem, was sie als Wüste annahmen; über den kleinen Hügel begeben, der über dem ihren lag, hätten sie sehen können, dass es nie eine Wüste gegeben hat. Sie befanden sich tatsächlich auf einem Golfplatz in einem Sandloch! Es gab wunderschöne Trassen, Bäume, ein Klubhaus, das von Engeln und menschlichen Wesen besucht wurde und die bereit waren ihnen alles zu geben, was sie wollten! Sie hätten ihren eigenen Golfwagen haben können, so viele Löcher spielen können, wie sie wollten; ebenso hätten sie sich auch an die Bar setzen können und den ganzen Tag himmlisches Bier trinken, sie hätten alles haben können, was sie wollten. Doch ihre Ängste hielten sie an Ort und Stelle fest.

So albern es auch dem wundervollen Engel, der sie befreit hatte, erschienen ist, für die vier Männer war dies sehr, sehr real. Die Wüste war real, die Umstände, die sie dort festhielten, waren real, ihre Ängste – sowohl die Ängste in ihrem Innern als auch die Ängste, von denen sie annahmen, sie kämen von Außen – waren allesamt sehr, sehr stark und erschufen diese gewaltige Illusion. So stark, das sie, als sie befreit wurden, nicht wussten mit der Freiheit umzugehen. Sie wussten nicht mit wahrhaftigen Wahlmöglichkeiten umzugehen. Sie wussten nicht mit der Schönheit des Lebens umzugehen.

Tatsächlich hatten sie sich selbst in ihr eigenes Gefängnis geworfen. Niemand hatte den Graben mit Alligatoren gefüllt. Kein Mensch hatte einen anderen dazu gebracht, ein Gummiband um die Taille zu tragen. Niemand brachte die Ketten an dem Pfosten an und es gab wirklich keine Stimmen. Doch die Menschen neigen zu solchen Dingen! Sie erschaffen sich Illusionen über ihre eigene Realität.

Nun, dies ist eine Einladung an jeden einzelnen von euch, eure Ängste abzulegen. Dies ist eine Einladung euch alles anzuschauen, was euch zurück hält. Hört den Engeln, die zu euch kommen, zu. Sie laden euch ein, euch selbst zu befreien, aufzuhören, Ausreden zu benutzen, aufzuhören euch selbst in euer eigenes Gefängnis zu sperren. Da draußen ist es wirklich wunderschön, über dieser kleinen Wüste hinaus, auch Sandloch genannt. Es ist wunder-, wunderschön. Du kannst dir alles erschaffen, doch du kannst dir die Schönheit deines potentiellen Lebens nicht vorstellen, angebunden an einen Pfosten, ein Gummiband um deine Taille tragend, dich um Alligatoren sorgend oder während du die Stimmen deiner Ängste hörst. Während Ängste und Beschränkungen dich auffressen, ist es dir unmöglich vorzustellen, wie unbeschreiblich du sein kannst, wie leicht das Leben sein kann und welche Freude das Leben in jedem Moment bereiten kann.

Ihr könnt sie euch jetzt vielleicht noch nicht vorstellen, auch wenn ihr gerade hier seid, die wunderschönen Aussichten des Lebens, die sich genau vor euch befinden. Was einem als Wüste erscheint, ist ganz einfach ein kleines Sandloch des Lebens.

Geschrieben von Kristallherz

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