Heute

Veröffentlicht auf 6. Januar 2011

 

Was ich heute gemacht habe:

weiter geschrieben an dem Roman, und einen Ausschnitt setz ich hier rein, und dann "musste" ich mal wieder malen, hihi, auch das setz ich rein.

 

Dann sehe ich vor uns etwas, das ich schon auf Bildern gesehen habe, die Silhouette eines Berges, oder, was davon übrig ist. Der Mount St.Helens. Dieser Aschekegel, mit dem großen Krater, und Zaleeb landet mitten drin.

 

Warum ist er hier her? Gut, mich faszinieren solche Ereignisse, diese Urgewalt der Erde, der Elemente, ob es nun das Feure oder auch das Wasser ist. Zaleeb sitzt direkt vor dieser Beule aus Asche die in der Mitte des Kraters ist. Als wäre noch etwas heraus gesprudelt und so erstarrt.

Steig ab“ fordert er mich auf. Also gut, ich rutsche runter und stehe unschlüssig neben ihm. Da die Sonne immer noch südöstlich steht, wirft der Rand einen scharfen Schatten. Der Aschekegel in der Mitte ist erstaunlich groß, aus der Luft sah er deutlich kleiner aus. Ich gehe ein paar Schritte weg von Zaleeb, hier ist auch ein Schneefeld, wie ich es kenne aus den Bergen, manchmal bis in den Sommer hinein, liegen solche Reste im Schatten. Ich laufe noch ein paar Schritte weiter, hinauf, in dieser Rinne zwischen den Seitenwänden und dem Kegel in der Mitte. Irgendwie zieht es mich da hoch. Und dann rieche ich etwas, zuerst weiß ich nicht was es ist. Also atme ich es ein, denn ich hab schon öfter bemerkt, wenn mir etwas nicht klar ist, und ich es dann einatme, dann wird es klar. Manchmal weiß ich augenblicklich alles.

 

Ich atme tief ein, und ich atme den ganzen Vulkan ein, und ich atme sehr tief in die Erde hinein, und da sehe ich in inneren Bildern die Magmakammer, und ich fühle sie! Nicht das mir heiß würde oder so, nein, ich fühle ihr Wesen, ich fühle, das auch dieser Bereich in gewisser Weise ein eigenes Wesen ist. Nicht wie ein Mensch, aber doch – es ist etwas lebendiges.

Aus diesem fühlen heraus entstehen Bilder, als rast die Zeit zurück, und dann sehe ich den Berg, wie er war, und ich sehe, wie die seitliche Beule wächst, und zugleich wie die Kammer in Inneren sich weiter ausdehnt, ich nehme wahr was für ein unglaublicher Druck da entsteht. Zuerst ging der Druck nach oben, doch dort war der Pfropfen sehr fest, und dann dehnte sich es seitlich aus, weil es dort weniger fest war – und der Druck steigt immer weiter, bis - bis es alles sprengt, bis es die ganze Seite weghaut, und sich dieser unbeschreibliche Druck entlädt. Meine Güte, was für Kräfte sind da gebündelt! Ich sehe wie Wellen hinausschießen, und – ich fühle die Erleichterung, die im Innern der Kammer herrscht. Es ist verrückt, und es erinnert mich daran, wenn in meinem Körper mal was gärte, wenn mir schlecht war, und wenn dann – manchmal im hohen Bogen, zum Beispiel der Mageninhalt herausgeschossen kam – es war einfach nicht mehr zu halten, ganz egal was passiert. Und danach die Erleichterung – und die Entspannung. So geht es auch der Erde, manchmal. Im Großen wie im Kleinen. So wie der Körper ein Organismus ist, ist es auch die Erde als Ganzes. Und manchmal hat sie Blähungen, und kann dann auch nicht anders, als es hinaus zu schleudern.

Es würde ja auch nichts weiter machen – wenn nicht die Menschen so nahe kämen, und vor allem – wenn die Menschen den Organismus Erde nicht dauernd mit ihrem Müll belasten würden.

Ich setze mich hin, denn ich habe in diesem Moment großes Mitgefühl für die Erde, und ich weiß, das sie diese Dinge auch lieber anders regeln würde, wenn die Menschen es unterstützen würden. Und wenn sie endlich ihren eigenen Ballast selbst entsorgen würden.

 

Vor mir oder besser in mir öffnet sich die Erkenntnis, das Menschen vor allem mit ihrem Bewusstsein die Erde belasten. Es hat gar nichts mir den physischen Dingen zu tun – die Erde könnte damit gut umgehen. Aber das Bewusstsein ist es – all die Gefühle, der Hass, die Wut, die Verzweiflung, die ganze Unzufriedenheit der Menschen. All die verdrängten Energien, die weggeschoben werden, laufend. All die Kriege, die geführt wurden, und darin vor allem die Macht, die Menschen haben wollen. Macht über andere. Macht über die Erde.

Es sind viele Eindrücke, die da durch mich fließen, ich sitze mit geschlossen Augen da. Ich weiß, ich bin sicher, und ich nehme all das wahr. In dem sich die Menschen immer weiter in den Verstand begeben haben, hat die Erde vieles davon aufgenommen, was sie nicht mehr haben, sehen, und vor allem fühlen wollten. Und zugleich wurden immer mehr Strukturen geschaffen, weil manche meinen, sie gäben Sicherheit, wie die ganzen sozialen Systeme, die letztlich nur eines verstärken: das Gefangen sein darin.

Gesetze über Gesetze, Regeln ohne Ende, Systeme wie Renten, und Krankenkassen, Systeme wie Steuern, die einigen dienen – und viele andere gefangen halten. Die immer eines erschaffen: Fesseln. Und sie fesseln damit auch die Erde und wissen es nicht. Denn die Erde ist sehr direkt mit dem Bewusstsein der Menschen verbunden, und kann gar nicht anders, als darauf zu reagieren. Gestaute Energien. Jede Menge gestaute, weil festgehaltene Energie – im Bewusstsein der Menschen, in ihren Körpern, und damit auch in der Erde, die das dann loswerden muss, mit Erdbeben, mit Stürmen, mit Überschwemmungen und mit Ausbrüchen wie diesem hier. Weil jede Energie wieder in Bewegung kommen will, und weil irgendwann das Maß voll ist, der Druck zu hoch wird.

Im menschlichen Körper ist es genau so – Krebsgeschwüre, Verstopfungen in den Adern, geplatzte Adern, Durchblutungsstörungen, und all die anderen Symptome sind nichts weiter als gestaute Energie, die sich ihren Weg sucht. Ach herrjeh.

Diese ganzen Zusammenhänge werden mir klar als ich da sitze, und ich fühle noch etwas – die unendliche Liebe der Erde, die bereit ist, alles das zu tun, damit die Menschen weiterhin so leben können. Wollte die Erde uns loshaben, könnte sie das ohne große Anstrengung. Doch darum geht es überhaupt nicht.

Die Erde wurde für den Menschen gemacht, damit wir da leben und erfahren können, sie ist mit dem Bewusstsein aller, die da sind und die da waren, verbunden. Sie ist die Summe von allem. Sie ist kein abgetrenntes System, sie ist nichts Evolutionäres an das der Mensch sich anpassen müsste.

Es geht weniger um die Gedanken, es geht mehr um das fühlen. Solche Gefühle wir Hass, wie Zorn, und genau so auch das Opfersein, die Verführung, die gefühlte Ohnmacht, vergiften die Umwelt, die Erde.

Und die Erde versucht, es wieder in eine Balance zu bringen.

Nun wundere ich mich nicht mehr, das die Wetterphänomene so zugenommen haben.

Da sagen manche, die Natur spielt verrückt. Nein, das Bewusstsein spielt verrückt, und die Natur zeigt es an, weil sie direkt drauf reagiert. Na das kann ja noch heiter werden, denke ich mir, wenn sich nichts ändert. Da wird es noch reichlich turbulent werden.

 

Ich erhebe mich, und gehe zurück, zu Zaleeb. Er hat sich hingelegt, und schaut mich an. Ich setze mich zu ihm, neben seinen Kopf, lehne mich an ihn. Und frage ihn „wie kann man das den Menschen nur erklären, das all ihre Gefühle direkt mit der Erde in Verbindung sind?“ „Na, du wirst schon Wege finden“ antwortet er. „Aber weißt du, es müssen ja nicht alle diese Erkenntnis haben, es reicht, wenn es einige sind. Wenn nur ein kleiner Teil sein Bewusstsein verändert, zieht das die anderen mit. Und wenn einige sich dafür entscheiden, mit der Erde gemeinsam die Energien zu bewegen, dann braucht es solche heftigen Eruptionen wie hier nicht mehr.“ Na das ist mal ne neue Art von Umweltschutz, muss ich lachen. Ohne zu kämpfen, ohne sich krumm zu arbeiten, yeah. „und weitaus effektiver“ setzt Zaleeb hinzu.

 

Mondwelle.jpg Mondwelle

 

Das Bild ist etwas gelbstichig, weil bei Kunstlich fotografiert - die Tage sind ja noch so kurz.

Geschrieben von Kristallherz

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H
<br /> Liebe Kristallherz,<br /> ein toller Text, der sehr verständlich erklärt, wie die Zusammenhänge sind und ein unglaublich wunderschönes Bild.<br /> Vielen Dank fürs Teilen.<br /> Liebe Grüße<br /> von Helga<br /> <br /> <br />
Antworten
K
<br /> <br /> danke, freut mich, und wenn ich das Buch fertig habe, werde ich es auch hier bekannt geben.<br /> <br /> <br /> <br />