17.07.2010

Veröffentlicht auf 17. Juni 2010

Leiden?

 

 

Ich hatte heute Nacht im Traum ein Bild, wo jemand ( ich weiß nicht wer) ein langes Metallstück in der Hand hielt und sich mit der der anderen irgendwo festhielt, und es sah so aus, als würde derjenige irgendwie im Wind hängen, das Metallteil stand waagerecht weg. Und dann war da ein Düsentriebwerk, das genau auf das Metallteil traf, und dieses wurde rotglühend, und dann war es der Arm desjenigen auch – und ich schrie gegen der Lärm „lass los, mein Gott, lass doch los“, doch derjenige hielt das Metallstück fest und ich dachte, wie kann man blos, das sind doch höllische Schmerzen.....

 

Und dieses „wie kann man blos“ hatte ich auch an einer anderen Stelle:

Im Herrn der Ringe, am Schluß, als Frodo über dem ewigen Feuer (glaub so hieß das) steht, den Ring in der Hand und ihn eigentlich nur noch fallen lassen muss – und es doch nicht tut. Und Gollum stürzt sich auf ihn um Seinen Schatz wieder zu bekommen, und Frodo bezieht kräftig Prügel, ist am Ende mehr tot als noch lebend.

Und dachte, meine Güte, wenn ich eine so lange und beschwerliche Reise wegen dieses vertrackten Ringes gemacht hätte, ich hätte ihn im hohen Bogen von mir geschmissen!!

 

Doch da steh ich ziemlich alleine da. Nach außen hin mag das für die meisten so sein, doch wenn ich genau hinschaue, ist es anders.

 

Menschen lassen NICHT los!!! Obwohl es ihre Pein ist, ihr Drama, ihr Leid – sie lassen nicht los mit dem Argument „ich kann nicht“ - und das ist eine Lüge.

Jeder kann das, was er nicht mehr haben will, loslassen.


Warum tun Menschen so etwas?

Tobias sagte, Menschen lieben das Drama, und ja, das ist so. Zwar entrüstet das zuerst mal, doch wenn ich mir anschaue, was z.B. an Filmen produziert wird, es ist fast ausschließlich Drama. In allen Variationen, und es ist ein Milliardengeschäft. Oder Nachrichten, Zeitschriften, es wird fast ausschließlich über alle möglichen Dramen berichtet. Ach, das ist das Leben ? Nee – muss es nicht. Vielleicht fürchten manche, ohne Drama wäre es langweilig, und es ist auf jeden Fall eine grandiose Beschäftigung. Es hat eine Intensität wie kaum was sonst, es hat viele Gründe und auch Vorteile ( z.B. wer als Kranker nicht mehr arbeiten kann, braucht es auch nicht ) und es hält uns „am laufen“ hier! Ich muss doch – ich kann doch gar nicht anders – ich hab aber auch ein Pech (dazu gibts hier was link ) – was soll man denn machen – usw.

 

Es sind alles Ausreden die wir vor uns selbst haben. Und es wäre so einfach.

Wie bei Frodo: er hätte den Ring (unsere Plagen) einfach nur GLEICH fallen lassen müssen, dann hätte sich Gollum (unsere dunkle Seite) vermutlich gleich hinterher gestürzt, weil er SEINEN Schatz haben wollte. Statt dessen kann sich Frodo nicht trennen (und ehrlich, wie oft halten wir was fest, obwohl wir wissen, es tut uns nicht gut!) und weil er nicht loslassen kann, bezieht er kräftig Prügel und wir gezwungen, loszulassen.

 

Die Frage kann also nur sein:

Will ich wirklich so weit gehen, das ich gezwungen werde, etwas, das mir nicht mehr gut tut, herzugeben? Nun, dann ist es kein Wunder, wenn es schmerzhaft wird.

Geschrieben von Kristallherz

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