was so los ist

Veröffentlicht auf 16. November 2010

Ich hab keine Zeit zum schreiben weil ich gerade so viel schreibe, hahaaaa.

Wie das?

Des Rätsels Lösung ist - ich habe angefangen einen Roman zu schreiben. Urplötzlich war die idee da, und es flutschte, ich hab mir ein altes Heft genommen und gleich mal notiert - der PC war schon aus, und am nächsten Tag angefangen, zu schreiben.

Ich hab kein Konzept, keine fertige Geschichte, nein, sie entsteht beim schreiben. Manchmal muss ich lachen, was mir während des schreibens so alles einfällt, ich staune selber.

 

Und sonst? Ich hab mein Brennholz bekommen, 9 Ster, und eingestapelt, hört sich unspektakulär an, aber gehört auch zu meinem Leben. Dabei meinte Adamus, ich würde froh sein, das ich es habe - denn der Winter hat wohl einiges auf Lager.

Naja, wenn ich bedenke, das sich die Pole verschieben - es könnte rund gehen. Es könnte Stürme haben, meterhohe Schneeverwehungen, es könnte mal eisig kalt werden, und es könnte tatsächlich mal sein, das das übliche Leben aus den Fugen gerät.

Wir - und damit meine ich Europa - meinen immer, das alles nach Plan läuft. Störungen? nee, nicht doch, wir haben alles im Griff. Und was ich fühle, ist, es könnte sein das dieses "alles im Griff haben" doch tatsächlich mal gekippt wird.

Leben heute heißt - alles ist planbar, alles ist machbar, ich kann alles im Griff haben.

Was die wenigsten dabei bemerken ist, das sie sich damit selbst ihr Gefängnis bauen. Denn jede Struktur die ich zu meiner vermeintlichen Sicherheit erschaffe, ist doch blos ein weiterer Balken in meinem Auge, der mich dahin verführt, ich könnte alles kontrollieren, ständig.

 

Und das muss ein Ende haben, und es wird ein Ende haben. Warum? Weil wir uns selbst ersticken, damit. Weil wir das Leben in seiner Vielfalt damit abwürgen. Und da kommt es auf jeden selber an, wie weit er bereit ist, das anzunehmen, oder auch nicht. Wie weit er bereit ist diese Kontrolle, die ein Würgegriff ist, aufzugeben. Wie soll sich etwas entfalten können, wie soll etwas neues einfließen können, wenn ich nicht blos den Daumen drauf habe, nein, die ganze Hand!

 

Kontrolle überall, Gesetze, Ämter, Arbeitgeber, Familie, Freunde. irgendwo meinen alle sie müssten doch, oder sollten doch --- und es ist nichts weiter als ihre Unfähigkeit die Kontrolle loszulassen. Und damit wird es mühsam, damit wird es anstrengend, denn es kostet eine immense Kraft, ständig alles zu kontrollieren. Und es verhindert, das unser schöpferischer Anteil tätig werden kann. Der Verstand lässt das überhaupt nicht zu.

"Die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln" - sagt der Volksmund, und er hat recht. Warum?

Weil der Verstand der "dummen Bauern" nicht so dominant ist. Und damit ist die Möglichkeit, das uns doch tatsächlich was in den Schoss fällt, vorhanden. Wenn ich dauernd alles kontrolliere, nicht. Damit wird das Leben armselig.

 

Nun, wer sich umschaut, weiß was ich meine.

Tobias sagte vor Jahren "ihr nennt DAS ein Leben?"

Damals wusste ich noch nicht was er  meint, heute weiß ich es sehr genau.

Wahrlich, das was wir heute Leben nennen ist nur ein Abklatsch dessen, was wir als Möglichkeiten haben.

Lassen wir es also wieder zu.

Doch dazu gehört das die festen Regeln, diese Strukturen, die Vorstellung das alles planbar ist, wegkommt. Selbst wenn sie vielleicht durch einen Schneesturm weggefegt wird, wie wir ihn noch nie gesehen haben.

 

Geschrieben von Kristallherz

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