03.06.2010

Veröffentlicht auf 3. Juni 2010

 

Interessante Erkenntnisse.

Das selbst 100 Jahre nichts sind, das Zeit wirklich keine Rolle spielt, und das es auch wirklich egal ist, was wir tun.

Nun, das scheint nicht neu zu sein – aber wie immer, liegt der absolute Unterschied im „etwas wissen“ und „etwas so fühlen“.

 

Oder ich nenne es ein „immer tiefer eintauchen“ in die vielen Facetten.

 

Da bekam ich doch im Mai dieses Buch Sommerwogen, die Liebesbriefe von Mark Twain – Saml, wie er immer schrieb – an Livy, seine Frau. Und Livy ist ein Aspekt von mir. Also war ich überrascht, erfreut, las es und es hat mir einiges näher gebracht, denn ich bin niemand der sich so klar an vergangene Leben erinnert – bei mir sind es einzelne Momente und vor allem Gefühle, die da kommen, das warum und wieso ICH es so gemacht habe, die Zusammenhänge, Hintergründe.

Und es ist keineswegs damit erledigt, wie ich diese Woche erfahren habe. Zeit spielt keine Rolle. Denn ich habe einem Freund davon erzählt und er schickte mir einen link, den er entdeckt hatte, und darin stand, das Mark Twain verfügt habe, das 100 Jahre nach seinem Tod – das war im April diesen Jahres – seine Autobiografie, etwa 5000 Seiten, veröffentlicht wird, die bis dahin im Tresor lagen. Und das er darin auch von seiner skandalösen Beziehung zu seiner Sekretärin berichtet: „ich rede lieber aus dem Grab, dann kann ich offen reden...“

Aha.

Nun weiß ich um meinen Aspekt Livy und also könnte ich sagen, hat Livy das mit mir gelesen – und es kamen die verschiedensten Gefühle hoch.

Doch nix mit der großen Liebe, es ist wie bei allen anderen, eine betrogene Ehefrau unter Milliarden anderen, alles nur Illusion“ usw.---

dazu ich, heute, die ich zwar inzwischen verstanden habe, das Liebe niemals an Bedingungen geknüpft sein kann wie Treue, doch ich fühlte Livys Schmerz, und noch etwas das mich betrifft:

Ich war ja auch verheiratet, und hatte davor und danach ne Beziehung, und eines war allen gemeinsam: sie haben mich betrogen um es mal so auszudrücken, doch das war gar nicht, was mich so verletzt hat. Es war das angelogen werden, das mich so verletzte. Und jeder, mit dem ich „was hatte“ hat mich angelogen. Und ich finde dieses angelogen werden unwürdig, es ist für mich die Mißachtung des anderen. Und das kam damit in mir hoch – ein déjà vue also.

Wie immer liegt die Lösung im annehmen, also hab ich mir erlaubt, all diese Gefühle zu fühlen, zuzulassen, und damit kam in neuer, gefühlter Klarheit das es überhaupt kein Widerspruch ist, das ich jemanden sehr liebe und jemand anderen auch, denn wir sind von unserer Essenz her nicht begrenzt. Doch wie ich oben schon geschrieben habe – der Unterschied liegt darin es als wahr zu fühlen. Das eine schließt das andere nie aus. Und das ist auch, was neue Energie ist, sowohl als auch, und klar ist sie so, denn wir erschaffen sie, und wir sind so, also kann es gar nicht anders sein. Was auch dazu gehört ist – und das betrifft so viele der channelings, und nun weiß ich warum ich da manchmal so ein ziehen fühle: dort wird immer wieder z. B. über die ach so liebevolle und sanfte und heilige Maria gesprochen, über all die guten Eigenschaften, die Engel und Meister haben – und es nervte mich (grad immer dieses in den Himmel heben der Maria – grrr) und nun weiß ich warum: weil es keinen Unterschied gibt, ob ich sanft und nachsichtig bin oder nicht, weil das nicht besser oder heiliger ist als anders zu sein, weil alles dient, nämlich meinem Verständnis das es eben keine Bewertungen gibt! Deshalb mag ich dieses übertriebene „gutsein“ nicht, das da so oft hervorgehoben wird.

 

Doch zurück zu Livy und Saml -

das nächste was mir mit einem schmunzeln klar wurde, war, das es nix nützt, 100 Jahre zu warten bis man was veröffentlicht, in der Hoffnung, es würde dann niemanden mehr betroffen machen oder so, denn Zeit existiert nicht, und ob 100 oder 1000 Jahre – diejeingen die dazu gehören, werden es erfahren, immer. Es gibt nichts, absolut gar nichts, was ich für immer unter den Teppich kehren kann, irgendwann liegt es offen da, alles. Das ist so eine der menschlichen Illusionen zu glauben, man könne etwas für sich behalten, grins.

Doch warum tun wir das überhaupt? Warum meinen wir, das es Dinge gibt, die wir nicht sagen können, nicht zeigen können ? Weil wir bewerten, weil wir meinen das ist gut und das ist schlecht. Weil wir meinen, den anderen schützen zu müssen, und damit überhaupt nicht bemerken, das gerade unser unaufrichtig sein den anderen verletzt – weil er es auf einer anderen Ebene längst weiß, fühlt. Und damit ist klar, so lange ich noch in irgend einer Form meine, das es etwas gibt, das ich nicht sagen kann, zu dem ich nicht stehen kann, bewerte ich genau das.

 

Also hat mir Saml nach über 100 Jahren damit zu einem wieder noch tieferen fühlen verholfen, nicht zu bewerten. Weil es völlig gleich-gültig ist, ob ich treu bin oder nicht, weil weder Treue gut noch Untreue schlecht ist. Weil es gar nichts aussagt wie ich jemanden liebe, weil das eine das andere nicht ausschließt, weil es nicht besser ist,"gut" dazustehen, weil es ne Illusion ist, irgend wen vor irgend was schützen zu können. Und weil ich zu mir selbst stehen kann.

Ja, gehört haben das die, die hier lesen, wohl alle, aber wer erlaubt es sich wirklich so offen (und frei) zu sein?

 

Und so haben meine Erkenntnisse über die Jahrhunderte hinweg ihren Weg gefunden, dienen mir jetzt und hier auf neue Weise zu fühlen, was ICH BIN. Danke, mein lieber Saml, das hast du großartig gemacht, und ich liebe dich zutiefst.

( und wer sich erlaubt, da hinein zu fühlen, bemerkt die vielen anderen Ebenen auch ) 

Geschrieben von Kristallherz

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