Liebe ist Freiheit

Veröffentlicht auf 17. November 2013

Wie ich drauf komme? Na, da könnt ich sagen, ist halt so. Befriedigt aber nicht. Denn der Verstand will ja wissen.

Als wir hier auf die Erde kamen, war es zuerst schwierig uns überhaupt hier halten zu können. Es war ja nicht so dass wir als fertige Menschen hier ankamen. Wir probierten herum, ließen unser Bewusstsein in Bäume fließen, in Steine, in Tiere. Und fingen an selbst Körper auszuprobieren. Doch die waren sehr unterschiedlich, und so kam es im Laufe von Äonen dazu dass wir Körper standardisierten. Und dann begann eine Zeit in der wir alle gleich waren, und auch gleiches hatten. Jeder hatte was er brauchte, und alle zu gleichen Teilen. Alles wurde gemeinsam gemacht, die Gemeinschaft galt alles – Individualität war nicht bekannt. Alles wurde gemeinsam gemacht, geteilt, es gab keine Zweierbeziehungen, es gab die Gemeinschaft in der ALLES zusammen gemacht wurde.

Doch dann geschah es – da war ein Moment in dem etwas anderes hereinfloss. Es wurde das, was wir Liebe nennen, doch anders – weil Liebe heute für vieles hergenommen wird, am wenigsten für das was sie tatsächlich ist. Doch mit diesem erkennen dessen, was Liebe ist, begann sich Individualität zu entwickeln, und das ist der Weg zu unserer persönlichen Freiheit.

 

Liebe – für viele steht sie dafür, für andere da zu sein,  sie steht dafür dass wir Dinge tun die wir sonst nie tun würden. Alle großen Dramen der Literatur und Geschichte stehen für Liebe, zu Partnern, zu Ländern, zu Königen und Kirchen, dafür sich selbst aufzugeben und auch zu sterben, aus Liebe.

Das war der Umweg. Zwar gibt es nicht wenige die immer noch daran festhalten, die meinen, das wäre das Höchste, sich aufzuopfern, am besten für Gott oder so. Sterben für Gott – meine Güte, wie viele waren es, auf entsetzlichste Weise. Verbrannt, gefoltert, alles für Gott. Wenn der wüsste – denn es interessiert ihn nicht. Aber das ist ein anderes Thema.

 

Liebe, das heißt allgemein sich selbst aufgeben, sich hingeben, an andere. Und doch ist es einfach nur eine Zwischenstation, dahin, zu erkennen dass es nur eine Liebe gibt, die zählt – die zu mir selbst. Die zu meinem Sein, denn das ist ALLES was ich jemals haben werde, alles andere ist Illusion. Es wurde verdammt, verteufelt, verurteilt, es heißt du bist egoistisch wenn du dich liebst, das ist falsch, das ist ….

Und doch ist es das Größte was ein Mensch jemals erfahren kann. Es ist ein Gefühl das ist unbeschreiblich, da weitet sich das Herz in die Unendlichkeit, das ist fast nicht auszuhalten. Und es ist – vor allem – völlig unabhängig von anderen. Wie sollte ich also da jemals enttäuscht werden? Wie sollte ich da je betrogen werden? Wenn ich mich liebe, wenn ich dieses Gefühl einer tiefen Liebe für mich in mir habe, wie sollte mich jemals noch irgendetwas von außen be-treffen, betroffen machen?

Und, wenn ich mich liebe, dann bin ich ganz bei mir, dann brauche ich niemand anderen, dann bin ich ganz, ich bin heil, ich bin ausgefüllt, angefüllt, vollständig. Und das ist

Freiheit.

 

Unfrei sind wir, wenn wir andere brauchen, wenn wir glauben wir müssten anderen gegenüber gefällig sein, nett sein. Wenn wir unsere Vollkommenheit nur in Verbindung mit einem Partner sehen, wenn wir bedürftig sind (nach Liebe), wenn wir uns anpassen bis hin zur Selbstaufgabe, nur um etwas Zuwendung zu bekommen. Wenn wir damit zu Opfern werden. All das geschieht, damit wir eines Tages erkennen – das alles hab ich in mir, das brauche ich nicht von außen, sondern das kann ich mir selbst geben.

Liebe ist Freiheit.

Freiheit von all den Bedürftigkeiten. Liebe befreit mich davon. Meine Liebe für mich, befreit mich davon.

Der so oft bemühte Seelenpartner – das ist nicht etwa jemand anderes, den es gilt zu finden.

Der Seelenpartner ist meine Seele – und ich. Das ist Vervollständigung. Ganz-Sein. Eins-Sein.

Klar, es gibt Seelen, andere, die uns so vertraut sind, die uns so nahe sind, die wir zutiefst lieben – und doch ist das nur eine Station auf dem Weg zu mir.

Und wenn ich mich selbst zutiefst liebe, wenn ich ganz bei mir bin, vollständig, ausgefüllt, dann erkenne ich – es ist kein Wiederspruch, überhaupt nicht, andere zu lieben.

Ich behaupte sogar, erst wenn ich mich liebe, wirklich liebe, also nicht nur sage es sei so – erst dann bin ich überhaupt fähig andere zu lieben. Ohne Anspruch, ohne jede Gegenleistung. Bedingungslos. Da brauche ich keine Treue, keine Aufmerksamkeit, keine Liebesbezeugungen, nichts von alldem. Dann ist Liebe frei, völlig frei.

 

Liebe IST Freiheit.

Wenn es keine Freiheit ist, ist es keine Liebe.

 

Sonnenhalo v

Geschrieben von Kristallherz

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