Veröffentlicht auf 22. März 2016

Mir war lange nicht wirklich klar was damit gemeint ist. Wie soll ich mir selbst aus dem Weg gehen?

Wie alles ist es einfach, dennoch herausfordernd, weil gegen jede Konditionierung.

Dazu muss mir klar sein, dass nicht ich als Mensch mein Bewusstwerden (ich mag die Begriffe Erleuchtung und Aufstieg nicht so sehr, weil damit so viele unsinnige Vorstellungen verbunden sind) machen muss, sondern dass meine Essenz dafür zuständig ist.

Und "mir selbst aus dem Weg gehen" heißt damit, meiner Essenz zu erlauben, genau das zu tun.

Soweit so einfach, doch was bedeutet das nun für mich, Mensch, hier?

Zuerst einmal eine Menge Vertrauen, im Grunde völliges Vertrauen in mich, weil ich damit die Zügel aus der Hand gebe. Vertrauen in meine Essenz, ganz egal was geschieht.

Ganz egal was geschieht.

Genau das ist die Herausforderung, weil der Mensch alle möglichen Vorstellungen von seinem Leben hat, was er will, was er nicht will, was er als Drama betrachtet, oder sogar als Strafe, weil er vielleicht was falsch gemacht hat. Derartiges zeigt sich gerne wenn das eigene Leben zerfällt, wenn Freunde wegfallen, Partnerschaften in die Binsen gehen, Jobs verloren werden. Wenn du als Mensch siehst wie bei anderen alles so schön läuft und das eigene Leben deiner Meinung nach überhaupt nicht. Wenn - wie bei mir - die eigene Verwandtschaft teils reichlich Geld hat, geerbt, und ich am Existenzminimum angekommen bin. Oder der Körper die merkwürdigsten Symptome zeigt.

Das ist der Moment wo Vertrauen gefordert ist. Interessanter Weise bin ich jedesmal, wenn ich an einem Punkt war, wo ich nimmer weiter wusste, genau da angekommen. Ich hab meiner Essenz gesagt "ich weiß nicht mehr weiter, mach du mal. Mir ist egal was geschieht, völlig, ich bin am Ende, also mach was du willst." Und genau da fing es wieder an zu fließen, weil genau damit hab ich das gemacht, was "dir selbst aus dem Weg gehen" meint.

Ich habe aufgehört zu meinen, ich, der Mensch, müsste ...

mich um alles mögliche sorgen, kümmern,

für mich sorgen (Geld verdienen),

die Kontrolle behalten,

meine Bewusstwerdung voran bringen,

mich weiter entwickeln,

und so weiter. Irgendwann hab ich verstanden, dass alles das die Gummibänder sind, die mich festhalten. Sie dehnen sich, doch je weiter man geht, um so stärker wird der Zug, um so mühsamer wird alles. Bis ich es loslasse.

"Geh dir selbst aus dem Weg" heißt, einfach leben, ohne sich Sorgen zu machen um was auch immer, egal ob um mich, um meine Gesundheit, mein Geld, meine Umgebung, Freunde, oder die Flüchtlinge, oder ob ein Donald Trump die Wahl in Amerika gewinnt.

Einfach sein, ohne Gedanken wie es wohl weiter gehen wird, welchen Kurs ich denn zur Hölle noch brauche damit ich endlich ... (in die Fülle komme, hihi, weit verbreitet aus gutem Grund)

oder doch endlich der aufgestiegene Meister bin der ich sein will,

und so weiter und so weiter.

Es ist alles schon, und das stimmt, und ich fühle es, als wahr, ich weiß es, aus mir heraus.

So lange ich immer noch irgend wo hin kommen will, irgend was erreichen will, darauf warte dass endlich .... bin ich NICHT im Sein, weil es im Sein derartiges nicht mehr gibt. So lange stehe ich mir selbst im Weg. So lange kann die Essenz noch nicht für mich sorgen, weil ich als Mensch ja meine es tun zu müssen.

Dabei ist es wirklich so einfach: hör auf zu meinen du als Mensch wärst zuständig für dein Leben, deinen Körper, für deine Bewusstwerdung. Statt dessen lass deine Essenz, dein Ich BIn, deine Seele - wie immer du es nennen magst - machen.

Steht sogar in der Bibel:

Petrus, 5,7 Alle eure Sorge werfet auf ihn; denn er sorgt für euch.

Wobei damit eben die Essenz gemeint ist, nicht der große Gott da draußen. Das ist der entscheidende Irrtum aller Religionen. Es ist das eigene Selbst.

"Geh dir selbst aus dem Weg"

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Geschrieben von Kristallherz

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