Veröffentlicht auf 16. Februar 2016

Blessings and Prayers

Segnungen und Gebete, auf deutsch.

Beliebt, gerne genutzt, gefühlt für viele gut, doch ich sehe das anders.

Schon vor vielen Jahren wurde ich direkt ärgerlich, genervt, wenn ich gehört habe: Licht und Liebe für dich! Sehr beliebt bei New-Agers. Damals wusste ich noch nicht warum, doch ich fühlte klar, dass es überhaupt nicht das ist was es sein soll. Wir meinen nur, einem anderen damit etwas gutes zu tun.

Warum stimmt es nicht?

Wenn ich einem anderen meinen Segen, meine Liebe oder auch Licht wünsche, schicke, gehe ich ja davon aus, dass er es braucht, weil er vielleicht gerade in einer schwierigen Lage ist, oder Probleme hat, oder der Ermunterung bedarf. Das sagt es aber ja schon: Er ist bedürftig, was nichts anderes heißt als das ich ihm abspreche, dass er für sich selbst sorgen kann, und damit halte ich ihn nicht für fähig seinen Weg zu gehen. Im Klartext drücke ich damit aus, er kann es nicht alleine, und genau das war, was mich ärgerlich gemacht hat.

Mit Segenswünschen und Gebeten drücke ich aus, dass entweder ich oder andere Hilfe brauchen, ich gebe damit zu verstehen dass ich bzw. andere alleine nicht fähig bin/sind.

Wird ein Meister, ein Schöpfer, der sich selbst als das erkannt und anerkannt hat, so etwas tun? Die Antwort ist klar.

Für mich ist es aber noch mehr:

Wenn ich alle anderen auch als Meister, Schöpfer, göttliches Sein anerkenne, wie könnte ich dann noch jemals etwas sagen, womit ich dem anderen vermittle "du bedarfst der Hilfe, Unterstützung von mir" in dem ich ihm Segenswünsche übermittle oder gar für ihn bete? Letzeres ist ja noch deutlicher darin "du kannst es nicht".

Wenn es mir also mit Namasté (ich ehre den Gott in dir) ernst ist, wenn ich jeden wirklich achte und ehre als göttliches Sein, dann weiß ich auch dass jeder seinen Weg genau passend geht, das jede Erfahrung dazu gehört, und ich beurteile nichts mehr als schlecht, als Drama oder Hilfsbedürftig. Das ist nämlich ein weiterer Aspekt darin: Ich beurteile die Lage eines anderen als schlecht, oder falsch, oder Unglück, wenn ich ihm Segnungen schicke oder bete, und auch dass passt nicht zu einem bewussten Sein, oder Meister.

Was also dann?

Mitgefühl, Verständnis, ja, absolut, in Achtung und Akzeptanz der Schöpfung eines jeden Seins.

Mitleid? Nein, weil darin keine Achtung liegt, sondern Beurteilung.

Helfen? Ja, jedoch aus meinem Entschluss heraus etwas zu tun oder zu geben, ohne irgend eine Dankbarkeit oder Anerkennung dafür zu erwarten und vor allem - wenn der andere es auch so haben will. Dränge ich es auf bin ich beim Energieklau - doch das ist ein eigenes Thema.

Wenn ich mich also bei Segenswünschen und dergleichen nicht beteilige, dann weil ich weiß, jeder andere ist genau so wie ich ein göttliches Sein, ein Schöpfer, und welche Erfahrung er auch gerade macht, es ist Teil seines Weges und er wird es schaffen, auf welche Weise auch immer.

(Und noch was: Wer "blessings and prayers" haben will, will nichts anderes als die Energie der anderen.)

Kommentare anzeigen

Geschrieben von Kristallherz

Repost 0