Veröffentlicht auf 23. März 2013

Ich möchte hier eine Parabel von Kryon reinstellen, die es schon seit vielen Jahren gibt, und die doch als Metapher so wundervoll wiedergibt, was gerade auf der Erde geschieht.

Die Geschichte vom dicken, haarigen Herrn Raupe

 

 

Der Wald war überall voller Leben, und unter dem Laubteppich, der seinen Boden bedeckte, hielt der dicke, haarige Herr Raupe ein Ansprache vor seiner Schar von Getreuen. Der dicke, haarige Herr Raupe war nämlich dafür zuständig, ein Auge auf alle zu haben und dafür zu sorgen, dass alte Bräuche weitergegeben wurden. Und,.. dass alle sie einhielten. Schließlich waren sie heilig.
„Man erzählt sich“, sagte der dicke, haarige Herr Raupe zwischen zwei Bissen saftigen Grüns, „dass da so ein Waldgeist aufgetaucht sei, der allen Raupen hierzulande und anderswo einen guten Handel anbietet.
Etwas ganz Neues. Mampf-mampf. „Ich habe beschlossen, mich mit diesem Geist zu treffen und euch dann zu sagen, was wir tun sollen.“
„Wo wirst du den Geist finden?“, fragte einer der Zuhörer.
„Er wird mich aufsuchen“, sagte Herr Raupe. „Unsereins ist ja schließlich gebunden, wie ihr wisst. Nichts Fressbares jenseits der Lichtung. Und ohne Fressen läuft nichts."  Mampf – mampf.


Als der dicke Herr Raupe wieder allein war, rief er laut nach dem Geist des Waldes, und es dauerte tatsächlich nicht lange, und der große, stille Geist erschien. Der Geist des Waldes war wunderschön,
doch viel von ihm blieb Herrn Raupe verborgen, denn dieser hatte, wie allgemein bekannt, noch nie sein gemütliches Laubbett verlassen.
„Ich kann dein Gesicht nicht sehr gut sehen“, bemerkte der dicke Herr Raupe.
„Komm ein wenig höher hinauf“, antwortete der Geist des Waldes freundlich. „Dann wirst du mich sehen, dazu bin ich ja hier.“ Aber Herr Raupe blieb, wo er war. Schließlich war da sein Haus, und dieser Waldgeist war lediglich sein Gast.
„Nein, danke“, erwiderte der dicke, haarige Rauperich. „Bloß keinen Stress. Aber sag doch, was habe ich da gehört über ein großes Wunder, das ausschließlich Raupen vorbehalten ist – nichts für Ameisen oder Tausendfüßler – nur für Raupen?“
„Das stimmt“, sagte der Geist des Waldes. „Ihr habt euch ein Geschenk verdient, das wirklich staunenswert ist. Und falls ihr zu dem Schluss kommt, dass ihr es haben wollt, sage ich euch, wie das geht.“
„Womit haben wir uns das verdient?“, wollte der dicke, haarige Herr Raupe wissen. Er mampfte gerade an seinem dritten Blatt seit Beginn des Gesprächs. „Kann mich gar nicht erinnern, mich zu irgendetwas gemeldet zu haben.“
„Durch lebenslange Bemühungen um den Erhalt der Heiligkeit des Waldes“, sagte der Geist.
„Allerdings!“ rief Herr Raupe da aus. „Jeden Tag mache ich das, jeden Tag. Ich bin der Vorsitzende der Gruppe, musst du wissen. Deshalb sprichst du hier jetzt auch mit mir, und nicht einfach mit irgendeiner Raupe.“

Bei dieser Bemerkung lächelte der Waldgeist über ihn, aber das konnte Herr Raupe nicht sehen, da er ja beschlossen hatte, sein Blatt nicht zu verlassen. „Ich sorge jetzt schon sehr lange dafür, dass der Wald heilig bleibt“, meinte Herr Raupe. „Was bekomme ich dafür?“
„Ein ganz wunderbares Geschenk“, antwortete der Waldgeist. „Ihr Raupen könnt euch nämlich jetzt aus eigener Anstrengung in ein wunderschönes, geflügeltes Geschöpf verwandeln und fliegen! Ihr werdet die unglaublichsten Farben haben, und eure Flinkheit wird jeden verblüffen, der euch sieht. Ihr kommt im Wald überall hin, wohin ihr auch wollt, denn ihr könnt über alles hinwegfliegen. Ihr werdet überall Nahrung finden und auch neue Geschöpfe mit herrlichen Flügeln kennen Lernen. All das könnt ihr auf der Stelle tun, wenn ihr das möchtet.“
„Raupen, die fliegen können?“, sinnierte der dicke, haarige Herr Raupe. „Das ist ja unglaublich! Wenn das stimmt, dann zeige mir doch fliegende Raupen. Das will ich sehen.“
„Nichts leichter als das“, antwortete der Geist. „Begib dich einfach zu einem hoch gelegenen Ort und schau dich dort um. Sie sind überall, schwirren von Ast zu Ast und führen ein herrliches üppiges Leben in der Sonne.“
„Sonne!“ entfuhr es Herrn Raupe entsetzt. „ Wenn du wirklich der Geist des Waldes bist, dann weißt du doch, dass die Sonne für uns Raupen einfach zu heiß ist – wir werden gegrillt in der Sonne, ja, wirklich.
Ist außerdem auch nicht gut für unser Haarkleid, weißt du… tja – wir müssen schon im Dunkeln bleiben – gibt’s nichts Schlimmeres als eine Raupe mit verdorbenen Haar.“


„Wenn ihr euch in diese geflügelte Kreatur verwandelt, steigert die Sonne eure Schönheit nur noch“, sagte der Geist freundlich und geduldig. „Euer altes Dasein wird sich drastisch ändern, und ihr werdet das alte Raupenleben auf dem Waldboden hinter euch lassen, während ihr hoch in den Lüften flattert und das neue Leben geflügelter Wesen führt.“
Herr Raupe schwieg einen Augenblick und dachte nach. „Du willst also, dass ich mein gemütliches Bett hier verlasse und nach irgendwo hoch oben in der Sonne aufbreche, um den Beweis zu sehen?“
„Wenn du einen Beweis brauchst, weißt du jetzt, wie du ihn bekommst“, gab der geduldige Geist zurück.
„Nein“, sagte Herr Raupe, „das kann ich nicht – muss ja schließlich fressen, das kennt man ja. Kann nicht einfach zu irgendwelchen merkwürdigen Orten hoch oben in der Sonne, um dort Maulaffen feilzuhalten, wenn es doch hier jede Menge Arbeit gibt. Zu Gefährlich! Überhaupt wüsstest du, wenn du der Geist Waldes wärest, dass Raupenaugen nach unten gerichtet sind, nicht nach oben. Der große Erdgeist hat uns
gute Augen gegeben, die nach unten blicken, damit wir problemlos Fressbares finden – das weiß doch jedes Raupenkind. Was du da von uns verlangst, ist nicht sehr nach Raupenart“, sagte der haarige Herr Raupe, der immer misstrauischer wurde. „In die Höhe zu schauen ist nichts, was wir sonderlich viel tun.“


Herr Raupe schwieg einen Moment. „Wie war das also mit dem Fliegen?“
Daraufhin erklärte ihm der Geist des Waldes, was bei der Metamorphose geschieht. Er erklärte, dass Herr Raupe wissen müsse, worauf er sich einlasse, denn die Veränderung sei nicht mehr rückgängig zu machen, wenn sie erst einmal in Gang gekommen sei. Er erklärte, wie Herr Raupe im Kokon seine eigene Biologie dazu einsetzen würde, um sich in ein Geschöpf mit Flügeln zu verwandeln. Er erklärte, dass die Veränderung ein Opfer von ihm verlangen würde, eine Zeit der Stille in der Dunkelheit, während er sich im Kokon befände, bis alles soweit sein würde, die Reifeprüfung zu bestehen und zu einer
wunderschönen, bunten, fliegenden Kreatur zu werden. Herr Raupe hörte ihm schweigend zu, ohne ihn zu unterbrechen, von seinen Kaugeräuschen einmal abgesehen.


„Dass wir uns da richtig verstehen“, stellte er schließlich respektlos fest, „wir sollen uns alle hinlegen und grünes Licht geben für so etwas Biologisches, von dem wir noch nie gehört haben, und dem wir uns ausliefern müssen. Und wir sollen zulassen, dass dieses neumodische biologische Dingsda uns monatelang in völliger Dunkelheit einsperrt?“
„Ja“, sagte der Geist des Waldes, der nur zu gut wusste, worauf das Gespräch gleich hinauslaufen würde.
„Und du, der große Waldgeist, wirst das nicht für uns tun? Wir müssen es selbst machen? Ich denke, wir haben es uns verdient?“
„Ihr habt es euch verdient“, sagte der Geist mit ruhiger Stimme. „Und ihr habt euch auch die Fähigkeit verdient, euch in der neuen Waldenergie zu verändern. Selbst jetzt, wo du hier auf deinem Blatt sitzt, ist dein Körper mit allem ausgestattet, was er zu dem Wechsel braucht.“


„Was ist aus den Tagen geworden, wo die Nahrung vom Himmel fiel, wo sich die Wasser teilten und Stadtmauern einstürzten – dieser ganze Kram? Ich bin ja nicht dumm, musst du wissen. Ich bin vielleicht dick und haarig, aber ich habe schon so Einiges an Lebenserfahrung. Das Gros der Arbeit verrichtet immer der Geist der Erde, und alles, was von uns verlangt wird, ist, dass wir Anweisungen befolgen. Wie dem auch sei, wenn wir alle tun würden, was du von uns verlangt hast, würden wir verhungern! Jede Raupe weiß, dass man immerzu fressen muss…“, mampf – mampf, „…um am Leben zu bleiben. Dein toller neuer Vorschlag erscheint mir ganz schön verdächtig.“


Hier dachte Herr Raupe einen Augenblick nach. „Vorschlag abgelehnt!“, meinte er dann zu dem Waldgeist, und dabei drehte er sich einmal um sein eigenes Hinterteil, um herauszufinden, wo sich der nächste Bissen befand. Der Waldgeist verschwand leise wie geheißen, während er noch hörte, wie die Raupe vor sich hin murmelte: „Raupen, die fliegen können! Dass ich nicht lache!“ Mampf – mampf.
Am nächsten Tag erfolgte Herr Raupes große Proklamation. Er trommelte alle seine Anhänger zu einer Konferenz zusammen. Mucksmäuschenstill spitzte die versammelte Menge die Ohren, um genau mitzubekommen, was die dicke und haarige Eminenz über ihre Zukunft zu berichten hatte.
„Der Geist des Waldes führt Böses im Schilde!“, verkündete Herr Raupe seinen Gefolgsleuten. „Er will uns mit Tricks dazu bringen, dass wir uns zu einem dunklen, dunklen Ort begeben, wo wir mit Bestimmtheit sterben werden. Er will uns glauben machen, dass unser eigener Körper uns irgendwie in fliegende Raupen verwandeln wird – wir müssten dafür lediglich ein paar Monate mit dem Fressen aufhören!“ Bei dieser Bemerkung ertönte großes Gelächter.
„Der gesunde Raupenverstand wird euch sagen, wie der große Erdgeist von Anfang an gewirkt hat“, fuhr Herr Raupe fort, „und außerdem hat es auch unsere Geschichte gezeigt. Kein guter Geist wird euch je irgendwohin bringen, wo es dunkel ist! Kein guter Geist wird euch sagen, dass ihr Gott spielen sollt! Das sind alles die Tricks des großen, bösen Waldgeistes.“ Mit stolzgeschwellter Brust – schließlich hatte er ja höchst Wichtiges zu verkünden – setzte Herr Raupe zum nächsten Kommentar an. „Ich bin ihm, dem Versucher, begegnet, und ich habe ihn erkannt!“ Die anderen Raupen klatschen frenetisch Beifall. Sie luden sich den dicken, haarigen Gesellen auf ihre schmaleren, haarigen Rücken und trugen ihn immer wieder im Kreis herum, während sie ihn lauthals dafür rühmten, sie vor dem sicheren Tod bewahrt zu haben.


 

Wir verlassen nun die Festivität der Raupen und begeben uns vorsichtig in höhere Gefilde des Waldes, höher und höher.

Nach und nach hören unsere Ohren den Aufruhr am Waldboden immer schwächer. Wir gelangen in das Blätterdach, das den Waldboden vor dem Sonnenlicht beschirmt. Sachte geht es durch das Dunkel des Blattwerks noch höher hinauf, in die Regionen, die denen vorbehalten sind, die fliegen können. Von Ferne hören wir noch die lautstark feiernden Raupen, während wir die Pracht der geflügelten Wesen erleben. Scharen leuchtend bunter, frei umherfliegender Raupen, Schmetterlinge genannt, flattern im hellen Sonnenlicht von Baum zu Baum, ein jeder von ihnen in den herrlichsten Farben des Regenbogens. Einige unter ihnen sind sogar einmal Freunde des Dicken, Haarigen tief unten gewesen. Ein Lächeln liegt auf ihrem Gesicht, ihnen bietet sich Nahrung in Hülle und Fülle, wie sie dort leben, ein jeder von ihnen verwandelt durch das große Geschenk vom Geist des Waldes.


 

Besuch-am-Abend.jpg

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Geschrieben von Kristallherz

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Veröffentlicht auf 14. März 2013

... in all of creation !!

Alles ist in Ordnung mit der gesamten Schöpfung - und das ist essentiell um zu sich selbst zu kommen.

 

So lange ich das Gefühl habe, etwas stimmt nicht - mit mir, mit anderen, mit der Regierung, mit den Nachbarn, mit Freunden, mit Bekannten .... usw. -

so lange habe ich NICHT verstanden was das heißt.

 

Es ist die VÖLLIGE Akzeptanz.

 

Was heißt nun völlige Akzeptanz?

 

Es bedeutet dass ich angenommen / verstanden habe, das alles meine Schöpfung ist, ganz egal wie sie aussieht, und das sie deshalb genau so wie sie ist in Ordnung ist.

Ansonsten wäre es anders.

 

Das hat eine große Tiefe, und große Einfachheit.

 

Alles, alles, absolut, ist so in Ordnung. Ob ich nun Übergewicht habe, ob ich gesundheitliche Probleme habe, ob ich kein Geld habe, oder sonstwelche Dinge - zuerst einmal braucht es die völlige Akzeptanz.

Und völlige Akzeptanz heißt NICHT - etwas anzunehmen in der Meinung es damit zu ändern !!!!!!!!

 

Das ist so wichtig.

Es geht nicht, zu sagen, gut, ich nehme das an (Schmerzen oder was auch immer) damit es sich ändert. DAS IST KEINE AKZEPTANZ !!!

 

Akzeptanz ist - es anzunehmen, als wirklich meines, ohne es ändern zu wollen, in dem Verständnis das es genau so wie es ist, völlig richtig ist.

 

Danach - erst danach, erst nach dem absoluten annehmen, kommt das, was ich Änderung nenne - beliebig, ganz so wie ich will.

 

Aber niemals ist es Annehmen  um es zu ändern.

 

 

Wenn mir jemand sagt, das bin ich nicht, weil er sich so in seinem Körper nicht wohl fühlt, dann ist da keine Akzeptanz.

Akzeptanz wäre, zu sagen - ja, das bin ich und genau so habe ich mich erschaffen.

 

Wenn jemand sagte - das wollte ich so nie - dann nützt es nichts, zu sagen, na gut, ich nehms an - damit es sich verändert.

 

Annehmen in so einem Fall ist,  es genau so in Ordnung zu finden wie es ist, ohne irgend was verändern zu wollen.

 

Und dann verstehe ich was gemeint ist - mit

 

All is well in all of creation !

 

Sonnenhalo-v.jpg

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Geschrieben von Kristallherz

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